Verfasst von: eltobi | Februar 10, 2010

Oh, schoenes Peru!

So, nach langer Zeit hab ich nun endlich mal wieder Zeit und Lust gefunden, euch zu berichten, was ich so erlebe. Sorry an alle Leute die hier regelmaessig reingeschaut haben, aber mir war irgendwie nicht wirklich nach Schreiben.

Aber genug Blabla kommen wir zur Sache. Nachdem ich mit einiger Verzoegerung dann endlich Rurrenabaque verlassen hatte (Flugzeug war kaputt und das dauert – deshalb ging’s nur ueber den Landweg), war die naechste Station der Titicacasee. In dem kleinen Oertchen Capacabana direkt am Ufer lies es sich gut aushalten und die Aussicht von den umliegenden Bergen auf den See war schon beeindruckend. Durch Zufall hab ich dort auch Anna-Lena wiedergetroffen, mit der ich ja schon in Mendoza unterwegs war. Die Welt ist dann halt doch nicht so gross, wie sie einem manchmal erscheint. Neben der ueblichen Entspannung stand an einem Tag auch ein Trip auf die Isla del Sol (Sonneninsel) an. Die Insel besitzt eine ganz eigene Mystik, nicht zuletzt weil die Inca glaubten, dass der Sonnengott Inti auf einem Stein im Norden der Insel die ersten beiden Menschen erschaffen hat. Ich hab den Tag dort mit einer Wanderung vom Norden der Insel zum Sueden verbracht, was aufgrund der Hoehe ganz schoen anstrengend war, aber mit superben Aussichten belohnt wurde (und einem Sonnenbrand auf den Lippen – hatte den Labello vergessen).

Titicacasee und im Hintergrund die Isla del Sol

Nach einigen Tagen verlies ich dann schweren Herzens Bolivien und ueberquerte die Grenze nach Peru. Der bloede Busfahrer ist erstmal ohne mich aber mit meinem Rucksack losgefahren, so dass ich ein Taxi bis zur Grenze nehmen musste (Kommentar: „Naja, der Bus war doch voll…“). Eigentlich sollten meine naechsten Stationen dann die ehemalige Incahauptstadt Cuzco und das nahegelegene heilige Tal sowie die Ruinenstadt Machu Picchu sein. Die Regenzeit hat Cuzco allerdings voll erwischt und in der Region wurde fuer 60 Tage der Notstand ausgerufen. Machu Picchu ist auch geschlossen, da Erdrutsche die Bahnstrecke dorthin (der einzige offizielle Weg) zerstoert haben und sogar einige Wanderer ums Leben kamen. Die in Machu Picchu eingeschlossenen Leute (allein ueber 2000 Touristen) mussten ueber mehrere Tage hinweg per Hubschrauber evakuiert werden. Waere ich bloss mal frueher dagewesen, dann hatte es einen kostenlosen Hubschrauberflug gegeben… 😉

Naja, ich bin dann stattdessen Richtung Sueden nach Arequipa gefahren. Eine ziemlich grosse, aber durchaus nette Stadt am Fuss von zwei Vulkanen. Viele alte Gebaeude dort sind aus Vulkangestein gebaut, was eine ziemlich einzigartige Altstadt zur Folge hat. Die Hauptatraktion fuer mich waren allerdings zwei Tage Trekking im Colca Canyon. Der ist mal kurzerhand doppelt so tief wie der Grand Canyon und nach dem nur 150 Meter tieferen und 10 Kilometer entfernten Cotahuasi Canyon der zweittiefste der Welt. Ich bin dort zwei Tage durchgelaufen, erst runter und dann wieder rauf. Unglaublich beeindruckend! Hier ein Foto vom oberen Rand, aber die Groesse kann man einfach nicht wirklich auf einem Foto einfangen:

Colca Canyon - man beachte die Assichtsplattform rechts am Rand.

Nach einigen Tagen in Arequipa war meine naechste Station dann die Wuestenstadt Nazca, wo ich mir die beruehmten Nazca-Linien angeschaut hab. War nett, hab mir aber irgendwie mehr erwartet. Bin ganz froh, dass ich nicht das Flugzeug genommen habe sondern bloss zum Aussichtsturm gefahren bin. War auch billiger…

Linienbildniss bei Nazca: "Die Haende"

Naechster Stop war dann in der kleinen Oase Huacachina am Rande von Ica. Huacachina ist quasi das Mekka des Sandboardings in Peru und da ich dieses Jahr schon nicht Snowboarden konnte, hab ich dann zwei Tage mit Sandboarden verbracht. Snowboarden ist mir aber immer noch lieber, da man dabei nicht staendig bei 35 Grad irgendwelche 300 Meter hohen Duenen rauflatschen muss. Lifte gibt’s naemlich nicht!

Huacachina

Vor einigen Tagen bin ich dann in Perus Hauptstadt Lima angekommen und hab mich dann auch gleich entschieden am naechsten Tag weiterzufahren. Ausser den ueblichen Kirchen und Kolonialplaetzen gab’s dort naemlich nicht wirklich viel zu sehen und die Lautstaerke ist atemberaubend. Wie ueberall in Suedamerika wird naemlich auch dort fleissig von DER verkehrstechnischen Allzweckwaffe schlechthin Gebrauch gemacht – der Hupe! Das allerdings von wesentlich mehr Fahrzeugen als sonst. Eigentlich wollte ich ja vor meiner Abfahrt noch in die Kathedrale und auf das Grab von Franzisco Pizarro spucken, dem spanischen Conquistador, der im Alleingang (naja, mit gut 160 Maennern) die Inca und mehrere andere suedamerikanische Kulturen vernichtet hat, nur um an deren Reichtum zu kommen. Die Kathedrale war allerdings geschlossen, als ich ankam…

Kathedrale von Lima - hier liegt Pizarro der Drecksack.

Seit gestern bin ich nun in Huaraz in den Anden und werd morgen erstmal auf einen 4-targigen Trekk aufbrechen. Danach werd ich mit Sicherheit noch eine Weile fuer weitere Trekks hierbleiben und vielleicht noch einen der zahlreichen Gipfel erklettern.

Also dann, ich versprech euch der naechste Bericht laesst nicht so lange auf sich warten!

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Responses

  1. Oho, nochmal Schwein gehabt..wo das im TV kam das Macchu Picchu abgeschnitten ist, hab ich an dich denken müssen und gehofft das du grade nicht da warst 😉

    Aber vergiß das Schreiben nicht, wir hocken hier im härtesten Winter seit Jahrzehnten und können nur durch deine Berichte entfliehen *lach*


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