Verfasst von: eltobi | Januar 23, 2010

Von Dschungeltieren und unerfreulichen Begegnungen im Sumpf

Nachdem ich jetzt schon seit 1,5 Wochen hier in den tropischen Regionen im Norden Boliviens unterwegs bin hab ich reichlich erlebt und verdammt viele interessante Tiere und Pflanzen gesehen. Von daher hier eine kleine Rundschau mit Bildern:

Fangen wir mal mit niedlich an und arbeiten uns zu dem vor, was nicht jede/r als niedlich bezeichnen wuerde. Affen beispielsweise gibt’s reichlich. Bei einer Bootstour hab ich reichlich von ihnen gesehen und die verdammt neugierigen Totenkopfaeffchen liessen es sich auch nicht nehmen unser Boot zu entern und ausgiebig zu inspizieren. Daneben gab’s noch Kapuzineraffen und Bruellaffen (der Name erinnert mich an ehemalige Lehrkraefte) zu sehen. Letztere haben uns jeden morgen gegen sechs mit ihrem Geheule geweckt. Gibt nettere Arten geweckt zu werden, aber schoen war’s trotzdem!

Totenkopfaeffchen entert das Boot

Capibaras (oder auch Wasserschweine – Danke, Ben!) wiederrum sind die groessten Nagetiere der elt und sehen aus wie eine Mischung aus Murmeltier und Schwein. Sie halten sich meist an Flussufern auf und machen eben das, was Nagtiere so treiben: Nagen, Nagen, Nagen. Und faul rumlungern…

Cappibaris

Auf einem Baum hab ich noch dieses Stachelschwein entdeckt, welches am vor sich hin doeste. Sind naemlich nachtaktiv.

Stachelschwein

Und dann sind da natuerlich noch die rosa Flussdelfine. Von denen hab ich einige gesehen und es ist schon etwas befremdlich Delfine in Fluessen unherschwimmen zu sehen. Zumal noch auch noch welche in rosa. Sie sind allerdings recht scheu und gesprungen sind sie leider auch nicht.

Flussdelfin

Besonders lustig sehen auch die Hoatzine aus, die man hier auch „Kuh der Baeume“ nennt. Das liegt daran, dass sie zwei Maegen besizten, mit denen sie besonders hart verdauliche Pflanzen, Samen, etc. verdauen.

Hoatzin

In den selben Gewaessern finden sich auch reichlich Kaimane. Man sieht sie meist am Rand des Flusses unter irgendwelchem Gebuesch rumliegen und aus dem Wasser schauen. Hab nur „relativ“ kleine Exemplare von 2-3 Metern gesehen, obwohl es auch welche von bis zu 8 Metern geben soll. Gruselig! An einem der Lager, in denen ich einige Tage war, gab’s auch sowas wie einen Hauskaiman, der dort sein Revier hatte. Er heist Pedro und war ein ziemlich angenehmer Zeitgenosse.

Pedro

Eines der Highlights der letzten Tage war die Suche nach Anacondas in einem Sumpfgebiet gut 140 Kilometer von Rurrenabaque. Ich war mit einer Gruppe aus sieben Leuten und einem Fuehrer (Marcello) unterwegs und wir verbachten erstmal eine Stunde damit, auszuschwaermen und ein grosses Areal mit schienbeinhohem Wasser abzusuchen. Leider ohne Erfolg. Marcello meinte dann, dass er noch von einem hohlen Baumstamm wuesste, in dem eine Anaconda lebe. Wir stiefelten also dorthin und standen irgendwann bis zu den Hueften im Wasser. Wir muessten ein Stueck schwimmen, meinte Marcello, und es koennten nur zwei Leute mit und der Rest muesste zurueckbleiben und auf die Sachen acht geben. Gabriel, ein Australier, und ich waren die beiden Bekloppten die sich freiwillig meldeten und kurz drauf guckten nur noch unsere Koepfe aus dem Wasser – und Gabriels Hand mit der Taschenlampe. Nachdem wir wieder Boden unter den Fuessen hatten wateten wir weiter durch huefthohes Wasser bis zu dem Baumstamm. Allerdings mussten wir feststellen, dass das Wasser mittlerweile so hoch stand, dass es auch teilweise schon im Stamm war. Die Anaconda hatte daher ihr Versteck wohl aufgegeben. Wir fanden jedoch eine abgestreifte Haut und suchten daher die umliegenden Baeume auch noch ab, da Anacondas sich nach dem Haeuten fuer ein, zwei Wochen auf Baeumen aufhalten, um zu trocknen. Auch diese Suche war leider erfolgreich. Wir kehrten also zurueck und durchschwammen wieder den tiefen Teil des Sumpfes. In dem Moment als wir grade wieder Boden unter den Fuessen hatten und nur unsere Koepfe aus dem Wasser schauten kam dann der grosse Schock: fuenf,sechs Meter vor uns am Rand des Schilfs bewegte sich ploetzlich etwas verdammt grosses und verschwand im Schilf! Gabriel sah mich mit einem Blick an den man am besten mit „Scheisse“ zusammenfassen kann. Marcello fragte bloss, ob wir gesehen haetten, ob es eine Anaconda oder ein Kaiman gewesen sei. „Tolle Aussichten“, meinte ich nur. Wir wateten vorsichtig weiter und machten einen Bogen um die Stelle. Gut dreissig Meter weiter trafen wir dann tatsaechlich auf einen Kaiman und nahmen erstmal Reisaus. Da die Kaimane in dieser Gegend sehr territorial veranlagt sind hat es sich wahrscheinlich wirklich um eine Anaconda gehandelt. Auf jeden Fall ein adrenalinlastiges Erlebnis!

Kurz vor'm Abtauchen...

Ansonsten gab’s hier noch reichlich Insekten zu sehen, von denen ich allerdings nicht viele Bilder gemacht habe. Von gigantischen Kaefern uber fette Spinnen bis hin zu manigfaltigen Schmetterlingen oder Riesentausenfuesslern gab es einiges zu sehen. Von letzteren beiden hier zum Abschluss noch zwei Fotos. Fuer mich geht’s morgen wieder nach La Paz. Bis denn!

Der hatte mal locker 20-25 Zentimeter!

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Responses

  1. Hallo alter Freund. Krasse Sachen machst du. Nebenbei muesste es sich bei Capibaris ziemlich sicher um Wasserschweine handeln.

  2. Alle Achtung, was Du so erlebst und welch Mut Du hast! … Dagegen die meine Begnung mit der Tiger Snake (giftiger als eine Klapperschlange), ja absolut harmlos.

    weiterhin good luck bei Deinen Abendteuern, Lydia (derzeit in Tasmanien)

  3. Hey Tobi, na toll, wenn man deine ganzen Abenteuer liest macht Büro gleich noch weniger Spaß! Laß es dir gut gehen und paß auf dich auf.


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