Verfasst von: eltobi | Januar 9, 2010

2 Staedte, 3 Stunden Fahrt, 2 Welten

Die Tour durch die Salzwueste endete im kleinen Oertchen Uyuni und nach einem Tag der Entspannung dort waren die naechsten beiden Ziele fuer mich gleich zwei Weltkulturerben der UNESCO: Potosi und Sucre, zwei Staedte, wie siue unterscheidlicher kaum seien koennten.

Potosì

Potosì ruehmt sich, die am hoechsten gelegene Stadt von dieser Groesse (gut 165.000 Einwohner) zu sein. Klingt erstmal ziemlich relativ, allerdings sind die 4000 Hoehenmeter dann auch echt nicht zu unterschaetzen.  Der ganze Ort liegt naemlich mehr auf einem Berg und ist von schmalen, steilen Strassen durchzogen. Da wird der Spaziergang dann aufgrund der duennen Luft schnell mal zum Ausdauersport. Seinen Rang als Weltkulturerbe hat die Stadt durch die hohe Zahl an Kolonialbauten erlangt, welche noch aus der Zeit der spanischen Kolonialisierung stammen. Zusammen mit den engen Strassen hat man das Gefuehl, sich weniger in einer Grosstadt als eher in einem kleinen Dorf zu bewegen:

Gasse in Potosì mit Cerro Rico im Hintergrund

Potosì wurde damals aufgrund seiner Lage am Fuss des Cerro Rico gegruendet. Dieser Berg beherbergte naemlich riesige Mengen an Silber, was die Spanier natuerlich gleich erstmal zur Ausbeutung des Berges (und der Bevoelkerung) veranlasste. Noch heute ist „es un potosì“ in Spanien ein Ausdruck fuer eine extrem wohlhabende Person. Mittlerweile sind die Silbervorraete erschoepft und die Minen werden nun von Bergmannskooperativen bearbeitet. Diese bieten auch Touren an, auf welchen man die Bergarbeiter in mittelalterlichen Bedingungen schuften sehen und zum Abschluss noch eine Stange Dynamit in die Luft jagen kann. Der Grossteil der Touristen kommt nach Potosì, um diese Touren zu machen, ich hab mich allerdings dagegen entschieden, da es fuer mich doch ein wenig zu sehr nach Ausbeutung und Voyeurismus geschmeckt haette. Das mit dem Dynamit war allerdings schon sehr verlockend…

Von solchen Gassen ist Potosì durchzogen

Sucre

Nach zwei Tagen in Potosì ging’s dann weiter nach Sucre, der zweiten Hauptstadt Boliviens. Zweite Hauptstadt ist Sucre hauptsaechlich aufgrund des obersten Gerichtshofs, der sich hier befindet. Auch historisch ist die Stadt bedeutsam, hier wurde naemlich die bolivianische Unabhaengigkeitserklaerung unterzeichnet.

Das Leben koennte schlimmer sein...

Die Gebaeude im historischen Stadtkern sind weiterhin im kolonialen weiss gehalten und aehnlich wie in Potosì ziemlich alt. Im Gegensatz zu letzterem merkt man Sucre allerdings wesentlich staerker an, das es bereits zum reicheren Tiefland Boliviens gehoert. Waehrend in Pososì (im aermeren Hochland) hautpsaechlich Rostmuehlen durch die Strassen fahren und der Grossteil der Bevoelkerung eindeutig indigenen Ursprungs ist, finden sich in Sucre neumodische SUV’s (auch „Klimaschweine“ genannt) und wesentlich mehr Mestizen (nachfahren der Spanier) und Europaer. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die Zahl der Bettler und Strassenkinder in Sucre westenlich hoeher ist, als in Potosì. Dort konnte man als Gringo relativ unbehelligt durch die Strassen schlendern, waehrend man sich in Sucre alle Nase lang entsprechender Annaeherungsversuche erwehren muss. Ich schaetze, auch diese Erfahrungen gehoeren traurigerweise zu einer Reise durch Suedamerika.

Einer der zahlreichen Plazas Sucres

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Responses

  1. Jaja, das haben wir gerne…mitm Cocktail gemütlich rumlungern, ein wirklich gelungenes Bild…bin aber vom Fleischpizza Bild immer noch angeregt

    Lieben Gruß und auch mal ein frohes neues Jahr
    Benny

  2. Lieber Stauf,

    ich möchte dir von ganzem Herzen für diesen Blog danken. Es macht unglaublich viel Spaß, das Vorranschreiten deiner Reise mitzuerleben. Es kitzelt einen einfach in den Finger, den nächsten Flug zu buchen und dich zu begleiten. Que te vayas bien y te deseo mucha suerta. Abrazos


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