Verfasst von: eltobi | November 29, 2009

Die Stadt der Mapuche

Hola!

Um erstmal an den letzten Beitrag anzuschliessen: Meine Exkursion in den Deutschen Verein war ein ziemlicher Reinfall. Es war keiner da bis auf ein englisches Paerchen, die im Vereinsrestaurant zum Essen waren. Der Kellner war auch nicht sonderlich gespraechig, so dass ich mich dann nach einem (sehr guten, lokalen) Bier wieder auf die Socken gemacht habe. Und fuer sowas bringt man extra wieder den Bart in Form! Naja, drauf geschissen. Hab dann noch einige Exkursionen zu Fuss durch Puerto Varas gemacht, wurde aber immer wieder vom Regen von laengeren Wanderungen abgehalten.

Aber kommem wir zur Gegenwart: Ich bin zur Zeit in Temuco, einer Stadt etwa 700 Kilometer suedlich von Santiago. Ich wohne bei Feña, einem der lokalen Greenpeacer und hab die letzten Tage mit ihm verbracht, was total schoen war. Es macht wirklich einen Unterschied, ob man eine Gegend mit einem Einheimischen erkundet oder ob man allein unterwegs ist. Temuco ist das Ballungszentrum der Mapuche, einem indigenen Volk (Nein, Sebastien, es heist nicht Indianer – und schon gar nicht Indios). Die Mapuche waren in der Vergangenheit ziemlich erfolgreiche Widerstandskaempfer: erst gegen die Expansionsbestrebungen der Inca und dann bis Ende des 19. Jahrhunderts gegen die Siedlungsversuche der Europaer. Von den ca. 600.000 verbleibenden Mapuche leben gut 90% in und um Temuco. Ueberall in der Stadt finden sich kulturelle Spuren, die man als Touri sonst nicht unbedingt als solche erkennen wuerde, etwa die Anordnung der Baeume in Parks oder der Fliesen auf den Gehsteigen zu bestimmten kulturellen Symbolen oder auch die allgegenwaertigen Graffitis:

Grafitti in Temuco

Ein weiteres Highlight ist der riesige Markt, auf dem sich Bergeweise Obst und Gemuese, Fleisch, Kaese, Brot, Klamotten, Schuhe, und und und finden lassen. Total schoen dort einfach mal bummeln zu gehen. Auch wenn man sich als Gringo dann doch der einen oder anderen hartnaeckigen Verkaufsversuche widersetzen muss. Temuco ist dann auch wirklich mal erfrischend anders, in dem Sinne, dass es wesentlich weniger westlich gepraegt ist als Bariloche oder Puerto Varas. Hier hat man dann schon eher das Gefuehl, sich in Lateinamerika zu befinden. Sehr schoen!

Ausserdem gibt es in Temuco noch das ultimative Naherholgunsgebiet: den Cerro Ñielol-Nationalpark. Dieser ist der einzige Nationalpark Chiles, der direkt an einer Stadt liegt. Mit 70 Hektar ist er zwar ziemlich zierlich, dafuer aber wunderschoen. Hat schon was, einfach aus der Stadt in wunderbaren valdivianischen Regenwald zu marschieren. Ploetzlich sind die Autogerauesche weg und dafuer hoehrt man Voegel. Super!

Wald im Cerro Ñielol-Nationalpark

Eigentlich wollten wir uebers Wochenende in die Andenkordillere zu den lokalen Farmern fahren und dort mit ihnen ueber ihre Plaene zum Ausbau der Weideflaechen sprechen. Feña studiert naemlich Bio und Oekemanagement und arbeitet dort in einem Projekt mit. Leider wurde der Trip kurzfristig abgesagt, da sich sie lokalen Gemeinden uebers Wochenende zu Feierlichkeiten getroffen haben und schlicht und einfach keiner da gewesen waere. Dafuer kann ich am kommenden Freitag mit Feñas Uni-Klasse mit in einen Nationalpark am Fuss der Anden. Werden dort zwei Tage bleiben und wohl irgendwas forschen. Wird bestimmt super. Da gibt’s naemlich Araukarien, die typischen Baeume dieser Gegend. Die wachsen nur 2 cm pro Jahr und werden bis zu 2000 Jahre alt. Freu mich schon!

Feña und ich

Ich werd mich gleich nach einer Dusche in den Bus setzen und die naechsten Tage ueber nach Pucòn fahren und endlich versuchen den Villarrica-Vulkan zu besteigen. Das geht nur mit einem Fuehrer und wenn das Wetter gut ist, hoffen wir also mal das Beste. Ich werd dann gegen Ende der Woche berichten wie es war. Und dann gibt’s hoffentlich auch ein Bild von mir mit einer Araukarie.

Bis dahin: Rock’nRoll und lasst’s euch gut gehen!

P.S.: Meine Kamera funktioniert leider noch nicht, aber ich hab mir Feñas Kamera ausgeliehen, von daher gibt’s heut auch mal wieder Bilder. Bin dann gegen Ende naechster Woche in Santiago und werd mich dort direkt drum kuemmern. Werd dort bei einer weiteren GP-Ehrenamtlichen wohnen, die Fotografin ist. Hoffe mal, sie hat eine gute Idee bezueglich der Reparatur. Falls nicht: Schwarzmarkt!

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Responses

  1. schickes T-Shirt … Rock´n´Roll is immer mit dabei!


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