Verfasst von: eltobi | April 1, 2010

Angekommen

So, ich bin wieder im Lande. Nach zwei Tagen in Flugzeugen, auf Flughaefen und in Autos sitz ich nun in Eschwege und halte mich mit reichlich Kaffee wach. Hab seit naemlich seit zwei Tagen nicht geschlafen, muss aber gleich noch zum Arzt.

An dieser Stelle waere nun der Punkt gekommen ein Resümee zu ziehen. Die letzten sechs Monate waren einfach unglaublich! Ich hab Dinge erlebt und getan, von denen ich vorher nicht mal geträumt hätte. Mir sind viele unheimlich nette Menschen begegnet und ich habe auch einige neue Freunde gewonnen. Neue Perspektiven für die Zukunft haben sich aufgetan und ich bin gespannt, was die kommenden Monate bringen. Viele Dinge sind nicht so geschehen wie ich es mir vorgestellt hätte, aber auch das ist Teil des Abenteuers Leben. Ich denke, meine Schicksalsfäden laufen in eine andere Richtung. Mir ist zwar noch nicht so ganz klar, wohin, aber wenn ich das wüsste wäre es ja auch weniger spannend.

Für mich beginnt jetzt die Vorbereitung des Projektes in Indonesien und ab Mitte September werde ich dann drei Monate am „Profauna Wildlife Education Centre“ im Osten der Insel Java (Indonesien) arbeiten.

Vielen dank an all die treuen Leser hier und ich hoffe, möglichst viele von euch bald wiederzusehen!

Tobi

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Verfasst von: eltobi | März 29, 2010

Die letzten Tage…

Sodele, dann mach ich am besten mal dort weiter, wo ich beim letzten Mal aufgehoert habe:

Nach Taganga war Cartagena meine naechste Station. Im Prinzip eine ziemlich grosse Stadt, die aber vor allem wegen ihres historischen Stadtkerns einen Besuch wert ist. Cartagena war frueher der zentrale Landehafen fuer die Spanier und hier wurden Lieferungen aus Spanien erstmal eingelagert sowie Waren aus Suedamerika (meist geraubte Schaetze, aber auch Mais und andere Lebensmittel) nach Spanien verschifft. Noch heute wird die historische Altstadt von der alten Stadtmauer umgeben und von dort kann man prima den Sonnenuntergang geniessen als auch in Piratennostalgie schwelgen. Hab mir dort auch nach 9 Jahren das erste Mal wieder einen Besuch beim Friseur gegoennt. War einfach VIEL zu heiss dort!

Stadtmauer von Cartagena und Karibikueste

Naechster Stop war Medellin, die zweitgroesste Stadt Kolumbiens und vor allem bekannt fuer das gleichnamige Drogenkartell, dessen beruehmter Boss Pablo Escobar sich aber mittlerweile die Rueben von unten anschaut. Ich war dort aber auch nur fuer einen Tag und bin dann direkt weiter Richtung Ecuador (nach der zweiten Nacht im Bus geht einem das dann doch etwas auf den Keks…).

Platz in Medellin. Die Statuen sind von Fernando Botero, einem der bekanntesten kolumbianischen Kuenstler.

Die letzten drei Tage hab ich nun wieder in Otavalo zugebracht und hier mit einigen Freunden eine wirklich gute Zeit gehabt. Heut morgen um acht ging’s dann nochmal zum Abschluss auf Wanderung zum Paguche-Wasserfall. Ryan (Amerikaner) stand auch puenktlich um acht auf der Matte, um Alex (ebenfalls Ami) und mich aus dem Bett zu werfen. Alex und ich hatten letzte Nacht noch recht lange gezecht, weshalb ich auch durchaus noch ein Stuendchen haette schlafen koennen. Aber naja, frische Luft und Bewegung ist ja immer noch das beste. Und es war auch wirklich schoen:

Mit Alex (links) und Ryan (mitte) am Peguche-Wasserfall.

Ich werd mich jetzt gleich in den Bus setzen und nach Quito fahren. Von dort geht’s dann naemlich bald gen Heimat. Werd dort noch ein paar Freunde treffen und mit denen die restliche Zeit verbringen. Dies war also damit auch der letzte Blogeintrag aus Suedamerika. Ich meld mich dann nochmal wenn ich wieder wohlbehalten angekommen bin.

Verfasst von: eltobi | März 22, 2010

Tauchen in Kolumbien

Wow! Seit 1,5 Wochen bin ich jetzt in Taganga an der Nordkueste Kolumbiens und morgen geht’s weiter…

Die letzten 10 Tage waren grossartig. Ich hab meinen Tauchsschein und einige Aufbaukurse gemacht und bin jetzt offiziell „Advanced Open Water Diver“. Klingt schoen, de facto bin ich aber immer noch Anfaenger. Nichts desto trotz hab ich wirklich etwas gefunden, was mir tierischen Spass macht und das ich tatsaechlich jeden Tag machen koennte. Wie Snowboarden quasi, nur mit besserem Wetter.

Hirnkorallen - der Name ist selbsterklarend

Tauchen ist einfach unglaublich: in Stroemungen hatte ich teilweise das Gefuehl, ueber eine Welt aus Korallen hinwegzufliegen. Ich hab sogar einmal die Arme ausgebreitet. 🙂

Unterwasserwelt

Erlebt und gesehen hab ich auf den 12 Tauchgaengen unglaublich viel. Man kommt sich vor wie in „Findet Nemo“ und kommt eigentlich aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Die Korallenriffe hier haben etwas surrealistisches, teilweise fast schon unheimliches. Aber auch unheimlich schoen.

"Habt ihr Bock auf PAAAAAARRRRTEEEYYYYY?!?!?!?!?!"

Gruselig wurde es beispielsweise als ploetzlich drei Barakudas auf uns zukamen, einer davon ein ganz schoener Oschi (hatte bestimmt zwei Meter). Auch wenn man weis, dass die einem eigentlich nix tun – die grossen Koepfe mit den Zaehnen tragen nicht unbedingt dazu bei, sich wie in einem Streichelzoo zu fuehlen (zumal unter Wasser alles groesser als in Natur erscheint).

Barakuda (bissel mehr als einen Meter gross) mit Fischschwarm

Auch des australischen Tierfilmers groessten Feind haben wir bestaunen koennen: den Stachelrochen. Die sind aber eigentlich ziemlich friedfertig und hauen eher ab als zu pieksen.

Stachelrochen im Sand

Und in jeder Ecke und jeder Ritze lebt irgendwas: Seien es Garnelen, Muraenen, Kofferfische, Kugelfische, Feuerfische oder auch Langusten. Wunderschoen!

Languste

Auch Riffkalmare kamen uns einmal entgegen. Als sie sich dann den Korallen naeherten koennte ma wunderbar beobachten, wie sie ihre Farbe der Umgebung anpassten. Vorher schienen sie fast durchsichtig zu sein und ploetzlisch hingen sie wie mit Tentakel bewaffnete braun-rote Schlachtschiffe im Wasser.

Riffkalmar

An meinem Geburtstag hatte ich meinen Tieftauchgang und es ging runter auf dreissig Meter. Dort konnten wir dann mit rohen Eiern Tennis spielen, da der hohe Druck (vier Atmosphaeren) das Eigelb am platzen hindert. Ein Doktorfisch hat sich hinterher an selbigem guetlich getan.

In Kolumbien ist es Brauch, dem Geburtstagskind ein rohes Ei auf dem Kopf zu zerschlagen. Zur Not auch in 30 Meter Tiefe...

Morgen geht’s fuer mich weiter nach Cartagena, angblich eine der Perlen der Karibik. Und dann muss ich mich auch schon langsam wieder Richtung Quito aufmachen, schliesslich geht’s ja bald gen Heimat. Ich denk aber, vorher meld ich mich nochmal. Bis bald also!

Verfasst von: eltobi | März 15, 2010

Ueber Quito und Otavalo nach Kolumbien an den Strand

Uiuiui, jetzt ist schon wieder so viel passiert und ich hab schon so lange wieder nix geschrieben. Suedamerika ist aber nach wie vor grossartig! Schade, dass es schon bald vorbei ist…

Nach Vilcabamba ging’s fuer mich dann erstmal in die Hauptstadt Quito zu Yves aus Eschwege. Und was machen zwei Eschweger, wenn sie sich treffen? Richtig: Feiern, Bier trinken, philosophieren, Geschichten aus der Heimat erzaehlen, dumme Geschwaetze und das Leben geniessen. Waren drei wunderbare Tage dort. Gruss an Yves an dieser Stelle! Quito an sich ist – in der Altstadt – auch echt sehenswert. Die Neustadt ist allerdings ziemlich touristisch und des Nachts auch nicht so ganz ohne.

Kirche in Quito - Jupp, das IST Gold...

Von Quito aus war mein naechster Stop Otavalo, ein kleines Staedtchen, das an sich eigentlich nur ein grosser Markt ist. Grade Samstags ist die ganze Stadt wortwoertlich „ein Markt“. Ich war dort allerdings hauptsaechlich, um meinen ehemaligen bielefelder Mitbewohner Agit zu besuchen und so ging die Feierei dann auch gleich nochmal drei Tage weiter. Am grossen Marktsamstag waren wir dann auf dem Viehmarkt und das war wirklich so, wie man sich einen „Viehmarkt“ eben vorstellt: Gefluegel in Kisten zusammengepfercht, haufenweise Meerschweinchen in kleinen Gehegen und Unmengen von Schweinen und Kuehen in allen Varianten. In der Ecke mit den Stieren war die Atmosphaere auch etwas angestrengt, da die Stiere sich gegenseitig nicht so gut haben konnten…

Mit Ronja und Agit auf'm Viehmarkt

Nach drei Tagen in Otavalo hiess die naechste Station: Kolumbien. Und nach einer Woche dort kann ich nur sagen: Dieses Land ist einfach grossartig und hat seinen schlechten Ruf wirklich zu Unrecht! Hab mir zuerst die Hauptstadt Bogotà angeschaut und war dort im Goldmuseum, einer der groessten Sammlungen an pre-hispanischen Goldartikeln (ueber 50.000 Exponate). Unglaublich beeindruckend!

Massives Gold

Da bekommt man dann mal ein Gefuehl dafuer, warum die Spanier Kolumbien und Suedamerika so reizvoll fanden:

Exponate im Goldmuseum

Bemerkenswert war auch der Wechsel der Wachen am Praesidentenpalast: die haben da glatt mal eine 45-minuetige Zeremonie inklusive eines gigantischen Spielmannszugs und einer kompletten Choreographie gemacht (im Sinne von Schrittabfolge nicht Tanz – wobei, waere auch lustig gewesen…)

Wachwechsel mit viel Trara

Achja, ein Klischee in Bezug auf Kloumbien stimmt allerdings doch: es gibt hier im Vergleich zu den restlichen Laendern, die ich besucht habe doch ueberdurchschnittlich viele schoene Frauen…

Zur Zeit bin ich in Taganga an der kolumbianischen Karibikkueste und mach meinen Tauchschein. Heute hatte ich die ersten beiden Tauchgaenge im offenen Meer und ich hab wirklich Blut geleckt. Tauchen macht tierisch Spass und es ist einfach ein unglaubliches Gefuehl, eine komplett neue Welt erkunden zu koennen. Zumal man sich hier permanent in „Findet Nemo“ hineinversetzt fuehlt. Fotos und mehr vom Tauchen gibt’s im naechsten Eintrag. Ich werd wohl noch eine Weile hier bleiben und noch ein paar zusaetzliche Zertifizierungen machen. Nachttauchen reizt mich naemlich schon extrem.

Das war’s dann auch erstmal fuer dieses Mal. Ich meld mich hier wieder in ein paar Tagen. Bis dahin: Lasst es euch gut gehen!

So, erstmal zur Beruhigung: Ich bin mittlerweile in Ecuador und hab von dem Erdbeben in Chile nix abbekommen. Hab gestern erst ueber die Medien davon erfahren. Auch meine Freunde in Temuco sind zum Glueck alle glimpflich davongekommen. Zwar gibt’s grad weder Wasser noch Strom, aber zumindest geht es allen gut. So much for the (luckily not so) bad news.

Die Festung Kuelap

Ich hab die Zeit nach Huaraz im Norden Perus – namentlich in Chachapoyas – verbracht und war dort ein wenig trekken und hab mir Ruinen angeschaut. Besonders beeindruckend war die Festung Kuelap, quasi das zweite Machu Picchu Perus (wobei der Loewenanteil der Foerdergelder nach Machu Picchu geht und Kuelap deshalb kaum erschlossen ist). Kuelap liegt auf der Spitze eines Berges auf gut 3000 Metern Hoehe und ist eine der zahlreichen Vor-Inka-Ruinen Perus. Allein fuer die Mauern der Festung wurden zweimal so viele Steine wie fuer die Pyramide von Gizeh verwandt und die Bauzeit der gesamten Festung betrug gut 200 Jahre. Dann kamen die Inka und haben den Laden uebernommen.

So sieht's oben aus...total spannend!

In der Festung selbst finden sich die Grundmauern zahlreicher Gebaeude (ueber 500 an der Zahl) und alles ist von Baeumen ueberwuchert. Ziemlich beeindruckend!

Wolters: das absolut billigste Bier in Nordperu. Gruesse nach Braunschweig!

Seit gestern bin ich nun, nach zwei Tagen Fahrt ueber ziemlich rumpelige Strassen in Ecuador. Zur Zeit sitz ich in Vilcabamba im Sueden. Ein ziemlich entspanntes kleines Oertchen mitten zwischen malerischen, gruen bewachsenen Bergen. Ziemlich viele Gringos, aber dennoch sehr nett. Hab mir die Zeit heut mit einer Wanderung durch ein kleines privates Naturreservat vertrieben und werd morgen weiter nach Quito fahren, um einen Freund aus Eschwege zu treffen. Danach geht’s fuer ein paar Tage nach Otavalo zu einem ehemaligen Mitbewohner und dann werd ich wohl nach Kolumbien an die Karibikkueste fahren, um meinen Tauchschein zu machen – ein lang gehegter Traum.

Vilcabamba von (schraeg) oben

Tja und dann muss ich auch langsam wieder Richtung Quito fahren, da ich an Ostern wieder zuhause sein werde. Ich hab mich naemlich vor einiger Zeit beim ASA-Programm beworben, einem Programm fuer Uni- und Berufsabsolventen, welches Entwicklungsprojekte in Asien, Lateinamerika und Afrika unterstuetzt. Und was soll ich sagen: die haben mich tatsaechlich genommen! Konkret bedeutet das, dass ich im Herbst fuer drei Monate nach Java (die Hauptinsel Indonesiens) gehen werde und dort in einem Projekt zur Eindaemmung des Wildtierhandels mitarbeiten werde. Konkret werden wir einerseits Aufklaerungsveranstaltungen fuer die lokale Bevoelkerung durchfuehren, als auch beim Aufbau alternativer Einkommensstrukturen Unterstueztung leisten. Schliesslich handeln die Leute ja nicht aus Bosheit mit den Tieren, sondern aus oekonomischer Notwendigkeit. Naja, lange Rede kurzer Sinn, ich muss Anfang April zum ersten Vorbereitungsseminar nach Berlin und dann eben auch mit der Vorbereitung anfangen. Mein Trip neigt sich daher langsam dem Ende zu.

Nichts desto trotz wird’s hier natuerlich auch weiterhin Berichte geben. Bis zum naechsten Mal!

Verfasst von: eltobi | Februar 19, 2010

Unterwegs im (zweit-)schoensten Gebirge der Welt

Laut National Geographic ist die Cordillera Blanca das zweitschoenste Gebirge der Welt. Getoppt wird sie angeblich nur noch vom Himalaya. Letzteres kann ich aufgrund des Mangels an diesbzueglicher Erfahrung nicht beurteilen, aber eins kann ich definitiv sagen: die Cordillera Blanca ist definitiv das schoenste Gebige, das ich bisher gesehen habe! Neben einem malerischen Tal mit gut 3000 Hoehenmetern und viel Gruen erheben sich schneebedeckte Berg, viele davon ueber 6000 Meter hoch. Auf der Westseite des Tals liegt die schneefreie, aber kaum kleinere Cordillera Negra.

Der Vallunaraju in der Cordillera Blanca.

Bei einem solchen Fundus an Bergen bot sich natuerlich eine Grenzerfahrung der besonderen Art an und so habe ich gestern meinen ersten 5000er bezwungen. Namentlich den Vallunaraju (siehe Bild) mit 5675 Metern. Eine unglaubliche Erfahrung! Vorgestern ging’s los und erstmal rauf zum Basislager auf 4800 Metern. Wir sind dann sehr frueh schlafen gegangen, da es um 1 Uhr nachts an den Aufstieg ging. Wir (Edgar, der Bergfuehrer und Nicolas ein Franzose) machten uns dann auf den Weg und die Sache war unglaublich anstrengend. Aufgrund der relativ hohen Temperaturen zur Zeit ist der Schnee recht weich, so dass man oft einsinkt was ziemlich kraeftezehrend ist. Vor lauter Anstrengung haette ich mehrmals (wortwoertlich) fast gekotzt. Nach sechs Stunden hatten wir dann endlich den Gipfel erreicht. Leider waren ziemlich viele Wolken unterwegs, so dass die Sicht zwischendrin immer mal wieder nicht allzu gut war. Aber wir hatten es geschafft!

5675 Meter!

Nach dem (nicht minder anstrengenden) Abstieg ging es dann nach Huaraz zurueck und Nicolas und ich haben uns zum Abendessen eine peruanische Delikatesse gegoennt: Cuy. Das sind kleine Nagetiere, die ihre Heimat hier in den peruanischen Anden haben und in Deutschland eher unter dem Namen Meerschweinchen bekannt sind. Dazu gab’s Kartoffeln und Chilisosse.

Meerschweinchen auf Teller...

Eigentlich recht lecker (schmeckt wie Hase), aber ziemlich viel Arbeit fuer ziemlich wenig Fleisch.

... und Meerschweinchen im Magen.

Die Tage vor dem Aufstieg zum Vallunaraju war ich zwecks Aklimatisierung noch vier Tage lang auf dem Santa Cruz-Trekk. Dabei ging es zwischen einigen wunderschoenen Bergen entlang und ueber einen Pass von 4750 Metern. War eigentlich ziemlich entspannt, auch wenn der Regen teilweise etwas genervt hat. Unter anderem sind wir dabei am Artesonraju verbeigelaufen. Das ist der Berg, den die Filmstudios Paramount Pictures zu ihrem Logo erkoren haben. Am Fuss dieses Berges haben wir dann gezeltet, so dass ich bim naechsten Mal Jaeger des verlorenen Schatzes rufen kann: „Da hab ich gezeltet!“. Der Hammer waren aber die fuenf Franzosen, die mit auf dem Trekk waren. Zwei Tage vorher aus Paris eingeflogen, noch nie trekken gewesen und staendig zugedroehnt! Auf dem Pass sind sie natuerlich mangels Akklimatisierung fast gestorben. Wanderschuhe oder sogar Wasser hatten sie auch nicht dabei und die beiden figurbewussten Barbiepueppchen waren sich natuerlich auch zu fein, ihre Teller aufzuessen. Aber dann am naechsten Tag nicht den Berg raufkommen, jaja! Naja, Martina – eine Schweizerin – und ich haben uns auf jeden Fall gut darueber amuesiert.

Blick vom Pass auf dem Santa-Cruz-Trekk

Heute war ich dann zum Entspannen in Chavin de Huantar, einer 3500 Jahr alten Tempelruine mit unterirdischen Gaengen und Steinfratzen an den Waenden. Da bekommt man direkt Lust sich Lederhut und Peitsche zu schnappen und sich ins Abenteur  zu stuerzen.

Chavin de Huantar

Ich bleib jetzt noch mal ein paar Tage hier und geh ein bissel trekken und dann geht’s weiter Richtung Norden. Bis bald!

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According to National Geographic the Cordillera Blanca in the peruvian Andes is the second most beautiful cordillera in the world – after the Himalayas. Since I have never been to the later i can not really tell whether this is true or not, but the Cordillera Blanca is by far the most beatutiful mountain range i have ever seen!. Next to a valley with already 3000 meters of altitude loom snowcovered mountains, many of them above 6000 meters. And on the other side of the valley lies the snowless but not much lower Cordillera negra.

With all these mountains at hand it seemed a good idea to climb one of them and so, a few days ago I defeated my first mountain above 5000 meters, namely the Vallunaraju with 5675 meters of altitude (picure above). It was just incredible! Both, an incredible experience and incredibly exhausting (we kept sinking in up to the hips, as the snow was really soft due to the high temperature). We started on Tuesday and went up to the basecamp at 4800 meters. After dinner we went wo bed early and started the climb at 1am in the night.After 6 hours we finally arrived at the summit, but unfortunately there were quite some clouds, so the view kept getting foggy every now and then. Stupid rainy season!

After we had safely descended, Nicolas – my climbing partner – and me went to a restaurant to treat ourselves with a peruvian delicasse: cuy. Cuys are small rodents that live in the peruvian andes and in the western world are better known as Guinea-pigs. Here they are no pets but food, in our case being served with potatoes and chili-sauce. They taste quite good, even though eating them is a lot of effort for not a lot of meat.

The days before Vallunaraju I spent with the four-day Santa-Cruz-Trekk, a relatively easy hike with a pass at 4750 Meters. Good for acclimatisation. We had some rain, but overall the weather was fine. The second night we spent at the foot of the Artesonraju, which is the mountain that Paramount Pictures used for their logo. Looking forward to watch Raiders of the lost ark“ the next time and saying „I camped there!“. We also had five french people on the trekk which were just crazy (or stupid?!): They flew in two days before from France, had never been on a trekk and started to smoke weed after breakfast. Of course they were almost dying when we went over the pass: lack of acclimatization. They were totally unprepared and did not even have hiking boots or a bottle for water. I mostly hung out with a swiss girl named Martina and we found it quite amusing to watch them. Don’t get me wrong, they were mostly nice people, just a little unconscious.

Well, yesterday I went to the 3500 years old temple ruins of Chavin de Huantar. There were lots of underground walkways and stone heads on the walls, so you really feel like grabbing leather hat and whip.

I wil stay in Huaraz now for a few days more as it is quite enjoyable here. After that I am of to the North. More here soon!

Verfasst von: eltobi | Februar 10, 2010

Oh, schoenes Peru!

So, nach langer Zeit hab ich nun endlich mal wieder Zeit und Lust gefunden, euch zu berichten, was ich so erlebe. Sorry an alle Leute die hier regelmaessig reingeschaut haben, aber mir war irgendwie nicht wirklich nach Schreiben.

Aber genug Blabla kommen wir zur Sache. Nachdem ich mit einiger Verzoegerung dann endlich Rurrenabaque verlassen hatte (Flugzeug war kaputt und das dauert – deshalb ging’s nur ueber den Landweg), war die naechste Station der Titicacasee. In dem kleinen Oertchen Capacabana direkt am Ufer lies es sich gut aushalten und die Aussicht von den umliegenden Bergen auf den See war schon beeindruckend. Durch Zufall hab ich dort auch Anna-Lena wiedergetroffen, mit der ich ja schon in Mendoza unterwegs war. Die Welt ist dann halt doch nicht so gross, wie sie einem manchmal erscheint. Neben der ueblichen Entspannung stand an einem Tag auch ein Trip auf die Isla del Sol (Sonneninsel) an. Die Insel besitzt eine ganz eigene Mystik, nicht zuletzt weil die Inca glaubten, dass der Sonnengott Inti auf einem Stein im Norden der Insel die ersten beiden Menschen erschaffen hat. Ich hab den Tag dort mit einer Wanderung vom Norden der Insel zum Sueden verbracht, was aufgrund der Hoehe ganz schoen anstrengend war, aber mit superben Aussichten belohnt wurde (und einem Sonnenbrand auf den Lippen – hatte den Labello vergessen).

Titicacasee und im Hintergrund die Isla del Sol

Nach einigen Tagen verlies ich dann schweren Herzens Bolivien und ueberquerte die Grenze nach Peru. Der bloede Busfahrer ist erstmal ohne mich aber mit meinem Rucksack losgefahren, so dass ich ein Taxi bis zur Grenze nehmen musste (Kommentar: „Naja, der Bus war doch voll…“). Eigentlich sollten meine naechsten Stationen dann die ehemalige Incahauptstadt Cuzco und das nahegelegene heilige Tal sowie die Ruinenstadt Machu Picchu sein. Die Regenzeit hat Cuzco allerdings voll erwischt und in der Region wurde fuer 60 Tage der Notstand ausgerufen. Machu Picchu ist auch geschlossen, da Erdrutsche die Bahnstrecke dorthin (der einzige offizielle Weg) zerstoert haben und sogar einige Wanderer ums Leben kamen. Die in Machu Picchu eingeschlossenen Leute (allein ueber 2000 Touristen) mussten ueber mehrere Tage hinweg per Hubschrauber evakuiert werden. Waere ich bloss mal frueher dagewesen, dann hatte es einen kostenlosen Hubschrauberflug gegeben… 😉

Naja, ich bin dann stattdessen Richtung Sueden nach Arequipa gefahren. Eine ziemlich grosse, aber durchaus nette Stadt am Fuss von zwei Vulkanen. Viele alte Gebaeude dort sind aus Vulkangestein gebaut, was eine ziemlich einzigartige Altstadt zur Folge hat. Die Hauptatraktion fuer mich waren allerdings zwei Tage Trekking im Colca Canyon. Der ist mal kurzerhand doppelt so tief wie der Grand Canyon und nach dem nur 150 Meter tieferen und 10 Kilometer entfernten Cotahuasi Canyon der zweittiefste der Welt. Ich bin dort zwei Tage durchgelaufen, erst runter und dann wieder rauf. Unglaublich beeindruckend! Hier ein Foto vom oberen Rand, aber die Groesse kann man einfach nicht wirklich auf einem Foto einfangen:

Colca Canyon - man beachte die Assichtsplattform rechts am Rand.

Nach einigen Tagen in Arequipa war meine naechste Station dann die Wuestenstadt Nazca, wo ich mir die beruehmten Nazca-Linien angeschaut hab. War nett, hab mir aber irgendwie mehr erwartet. Bin ganz froh, dass ich nicht das Flugzeug genommen habe sondern bloss zum Aussichtsturm gefahren bin. War auch billiger…

Linienbildniss bei Nazca: "Die Haende"

Naechster Stop war dann in der kleinen Oase Huacachina am Rande von Ica. Huacachina ist quasi das Mekka des Sandboardings in Peru und da ich dieses Jahr schon nicht Snowboarden konnte, hab ich dann zwei Tage mit Sandboarden verbracht. Snowboarden ist mir aber immer noch lieber, da man dabei nicht staendig bei 35 Grad irgendwelche 300 Meter hohen Duenen rauflatschen muss. Lifte gibt’s naemlich nicht!

Huacachina

Vor einigen Tagen bin ich dann in Perus Hauptstadt Lima angekommen und hab mich dann auch gleich entschieden am naechsten Tag weiterzufahren. Ausser den ueblichen Kirchen und Kolonialplaetzen gab’s dort naemlich nicht wirklich viel zu sehen und die Lautstaerke ist atemberaubend. Wie ueberall in Suedamerika wird naemlich auch dort fleissig von DER verkehrstechnischen Allzweckwaffe schlechthin Gebrauch gemacht – der Hupe! Das allerdings von wesentlich mehr Fahrzeugen als sonst. Eigentlich wollte ich ja vor meiner Abfahrt noch in die Kathedrale und auf das Grab von Franzisco Pizarro spucken, dem spanischen Conquistador, der im Alleingang (naja, mit gut 160 Maennern) die Inca und mehrere andere suedamerikanische Kulturen vernichtet hat, nur um an deren Reichtum zu kommen. Die Kathedrale war allerdings geschlossen, als ich ankam…

Kathedrale von Lima - hier liegt Pizarro der Drecksack.

Seit gestern bin ich nun in Huaraz in den Anden und werd morgen erstmal auf einen 4-targigen Trekk aufbrechen. Danach werd ich mit Sicherheit noch eine Weile fuer weitere Trekks hierbleiben und vielleicht noch einen der zahlreichen Gipfel erklettern.

Also dann, ich versprech euch der naechste Bericht laesst nicht so lange auf sich warten!

Verfasst von: eltobi | Januar 23, 2010

Von Dschungeltieren und unerfreulichen Begegnungen im Sumpf

Nachdem ich jetzt schon seit 1,5 Wochen hier in den tropischen Regionen im Norden Boliviens unterwegs bin hab ich reichlich erlebt und verdammt viele interessante Tiere und Pflanzen gesehen. Von daher hier eine kleine Rundschau mit Bildern:

Fangen wir mal mit niedlich an und arbeiten uns zu dem vor, was nicht jede/r als niedlich bezeichnen wuerde. Affen beispielsweise gibt’s reichlich. Bei einer Bootstour hab ich reichlich von ihnen gesehen und die verdammt neugierigen Totenkopfaeffchen liessen es sich auch nicht nehmen unser Boot zu entern und ausgiebig zu inspizieren. Daneben gab’s noch Kapuzineraffen und Bruellaffen (der Name erinnert mich an ehemalige Lehrkraefte) zu sehen. Letztere haben uns jeden morgen gegen sechs mit ihrem Geheule geweckt. Gibt nettere Arten geweckt zu werden, aber schoen war’s trotzdem!

Totenkopfaeffchen entert das Boot

Capibaras (oder auch Wasserschweine – Danke, Ben!) wiederrum sind die groessten Nagetiere der elt und sehen aus wie eine Mischung aus Murmeltier und Schwein. Sie halten sich meist an Flussufern auf und machen eben das, was Nagtiere so treiben: Nagen, Nagen, Nagen. Und faul rumlungern…

Cappibaris

Auf einem Baum hab ich noch dieses Stachelschwein entdeckt, welches am vor sich hin doeste. Sind naemlich nachtaktiv.

Stachelschwein

Und dann sind da natuerlich noch die rosa Flussdelfine. Von denen hab ich einige gesehen und es ist schon etwas befremdlich Delfine in Fluessen unherschwimmen zu sehen. Zumal noch auch noch welche in rosa. Sie sind allerdings recht scheu und gesprungen sind sie leider auch nicht.

Flussdelfin

Besonders lustig sehen auch die Hoatzine aus, die man hier auch „Kuh der Baeume“ nennt. Das liegt daran, dass sie zwei Maegen besizten, mit denen sie besonders hart verdauliche Pflanzen, Samen, etc. verdauen.

Hoatzin

In den selben Gewaessern finden sich auch reichlich Kaimane. Man sieht sie meist am Rand des Flusses unter irgendwelchem Gebuesch rumliegen und aus dem Wasser schauen. Hab nur „relativ“ kleine Exemplare von 2-3 Metern gesehen, obwohl es auch welche von bis zu 8 Metern geben soll. Gruselig! An einem der Lager, in denen ich einige Tage war, gab’s auch sowas wie einen Hauskaiman, der dort sein Revier hatte. Er heist Pedro und war ein ziemlich angenehmer Zeitgenosse.

Pedro

Eines der Highlights der letzten Tage war die Suche nach Anacondas in einem Sumpfgebiet gut 140 Kilometer von Rurrenabaque. Ich war mit einer Gruppe aus sieben Leuten und einem Fuehrer (Marcello) unterwegs und wir verbachten erstmal eine Stunde damit, auszuschwaermen und ein grosses Areal mit schienbeinhohem Wasser abzusuchen. Leider ohne Erfolg. Marcello meinte dann, dass er noch von einem hohlen Baumstamm wuesste, in dem eine Anaconda lebe. Wir stiefelten also dorthin und standen irgendwann bis zu den Hueften im Wasser. Wir muessten ein Stueck schwimmen, meinte Marcello, und es koennten nur zwei Leute mit und der Rest muesste zurueckbleiben und auf die Sachen acht geben. Gabriel, ein Australier, und ich waren die beiden Bekloppten die sich freiwillig meldeten und kurz drauf guckten nur noch unsere Koepfe aus dem Wasser – und Gabriels Hand mit der Taschenlampe. Nachdem wir wieder Boden unter den Fuessen hatten wateten wir weiter durch huefthohes Wasser bis zu dem Baumstamm. Allerdings mussten wir feststellen, dass das Wasser mittlerweile so hoch stand, dass es auch teilweise schon im Stamm war. Die Anaconda hatte daher ihr Versteck wohl aufgegeben. Wir fanden jedoch eine abgestreifte Haut und suchten daher die umliegenden Baeume auch noch ab, da Anacondas sich nach dem Haeuten fuer ein, zwei Wochen auf Baeumen aufhalten, um zu trocknen. Auch diese Suche war leider erfolgreich. Wir kehrten also zurueck und durchschwammen wieder den tiefen Teil des Sumpfes. In dem Moment als wir grade wieder Boden unter den Fuessen hatten und nur unsere Koepfe aus dem Wasser schauten kam dann der grosse Schock: fuenf,sechs Meter vor uns am Rand des Schilfs bewegte sich ploetzlich etwas verdammt grosses und verschwand im Schilf! Gabriel sah mich mit einem Blick an den man am besten mit „Scheisse“ zusammenfassen kann. Marcello fragte bloss, ob wir gesehen haetten, ob es eine Anaconda oder ein Kaiman gewesen sei. „Tolle Aussichten“, meinte ich nur. Wir wateten vorsichtig weiter und machten einen Bogen um die Stelle. Gut dreissig Meter weiter trafen wir dann tatsaechlich auf einen Kaiman und nahmen erstmal Reisaus. Da die Kaimane in dieser Gegend sehr territorial veranlagt sind hat es sich wahrscheinlich wirklich um eine Anaconda gehandelt. Auf jeden Fall ein adrenalinlastiges Erlebnis!

Kurz vor'm Abtauchen...

Ansonsten gab’s hier noch reichlich Insekten zu sehen, von denen ich allerdings nicht viele Bilder gemacht habe. Von gigantischen Kaefern uber fette Spinnen bis hin zu manigfaltigen Schmetterlingen oder Riesentausenfuesslern gab es einiges zu sehen. Von letzteren beiden hier zum Abschluss noch zwei Fotos. Fuer mich geht’s morgen wieder nach La Paz. Bis denn!

Der hatte mal locker 20-25 Zentimeter!

Verfasst von: eltobi | Januar 18, 2010

Welcome to the jungle

Oh mann, ich weiss gar nicht, wo ich anfangen soll zu erzaehlen! Ich sitze grade in Rurrenabaque im bolivianischen Regenwald und verarbeite die EIndruecke der letzten Tage. Vor zwei Tagen bin ich hier angekommen, nachdem ich mit vier anderen Leuten fuenf Tage lang auf einem Floss zuerst den Rio Caca und dann den Rio Beni (Zufluss des Amazonas) runtergefahren bin. Wer sich jetzt denkt „Der hat sie doch nicht mehr alle!“, dem kann ich nur sagen: Als ich das Floss gesehen habe, dachte ich genau gleiche! Das war naemlich im Endeffekt nur ein Holzgestell mit durchgeschnittenen und wieder zu gebundenen Reifenschlaechen darunter. Aber der grenzenlose Optimismus von Ruben, unserem Fuehrer, beruhigte mich dann doch etwas. Und tatsaechlich: In den fuenf Tagen ist nur ein einziger Schlauch geplatzt. Zum Glueck, wir hatten naemlich auch nur einen Ersatzschlauch dabei…

Guanay - Ausgangspunkt der Reise - und unser Floss (unten)

Die fuenf Tage auf dem Floss gehoeren aber definitiv zu den grossartigsten Sachen, die ich in Suedaemrika bisher erlebt habe. Durch das Nichtvorhandensein eines Motors kann man tatsaechlich die Geraeusche des Dschungels hoehren und die Tiere am Waldrand fleuchten auch nicht so schnell. So konnten wir beispielsweise die verschiedensten Papageien aus ziemlicher Naehe betrachten. Und auch die riesigen Waelder haben eine ganz eigene Faszination fuer sich. Auch das Wetter war durchaus eigen und am dritten Tag hatten wir bis in den Nachmittag hinein stroemende Regenguesse. Es ist halt grad Regenzeit und das ganze heisst ja auch nicht umsonst Regenwald.

Wald

Zwischendurch haben wir immer wieder angelegt und Wanderungen durch den Dscungel gemacht. Ruben hat uns dabei die verschiendensten Dinge ueber Pflanzen und Tiere vor Ort erklaert und wir haben natuerlich auch reichlich von selbigen gesehen (und gegessen – zumindest die Pflanzen). Allein die Vielzahl von unterschiedlichen Ameisenspezies ist schlicht erschlagend: von 1-2 mm grossen Winzlingen bis hin zu daumengrossen Giganten ist das Spektrum schier unerschoepflich. Daneben haben wir Riesentausendfuessler, gigantische Schmetterlinge, haufenweise Spinnen und vieles mehr gesehen. Und natuerlich Stechviecher in rauhen Mengen: nach der Ankunft in Rurrenabaque ergab eine grobe Inventur bei mir ungefaehr 450 Stiche an Armen und Beinen. Auch das gehoert zum Dschungel…

Campsite

Gecampt wurde auf Sandbaenken (mueckenverseucht) oder direkt im Dschungel, nachdem Ruben den entsprechenden Platz mit der Machete gerodet hatte. Und auch in das menschlich-soziale Leben vor Ort haben wir  Eindruecke bekommen und einsame Kautschukfarmer mitten im Wald sowie kleine Dorfgemeinschaften am Flussrand besucht. Den ganzen Flusslauf entlang sieht man immer wieder bolivianische Gluecksritter, die versuchen dem Fuss ein wenig des angeblich vorhandenen Goldes abzutrotzen. Am vierten Tag mussten wir dann durch eine Enge zwischen zwei Bergen durch, so dass durch die entsprechenden Stromschnellen auch mal fuer ein wenig Action gesorgt war. Am Tag zuvor sind wir auf einer der Wanderungen nahe eines Dorfes zum Angeln an eine kleine Lagune gegangen, um kleine Koederfische fuer den naechsten Tag zu fangen. Damit wollten wir vom Floss aus das Abendessen fangen. Zuerst fand ich das ja ziemlich langweilig (kleine Fische fangen: gaaaeeeeehnnn!), als ich dann den ersten am Haken hatte war ich dann aber doch positiv ueberrascht. Ich hatte naemlich meinen ersten Piranha gefangen! Ziemlich gruselige Viecher, in deren Maul man sich definitiv nicht befinden moechte.

Fieses Vieh!

Mit dem Koederpiranha ging’s dann wieder zurueck, allerdings war uns das Glueck am naechsten Tag nicht mehr hold, so dass es Reis und Bananen zum Abendessen gab. Bananen sind hier ueberhaupt eines der Grundnahrungsmittel und bilden neben Papaya (frisch vom Baum – yeah!) grade einen der Eckpfosten meiner Ernahrung.

Die naechsten Tage werd ich hier in Rurre verbringen und ein paar Trips in die naehere Umgebung machen. Es ist wirklich schoen hier, auch wenn man es in der Mittagshitze nicht ausserhalb des Schattes aushalten kann! Die Sonne ist wirklich unberherzig und braet mit einer Intensitaet vom Himmel, die ich so noch nicht erlebt habe. Ende der Woche geht’s dann wieder nach La Paz und von dort weiter Richtung Peru. Ich meld mich wenn’s neues gibt!

So long!

Verfasst von: eltobi | Januar 11, 2010

Bilder aus einem schoenen Flecken Erde

Moin!

Heut werd ich nicht viel labern,sondern euch hauptsaechlich ein paar Fotos aus Sorata zeigen. Das ist ein kleiner Ort, den wir (Germon, Christelle und ich) gestern besucht haben. Wir hatten ein Foto von dort gesehen und uns gesacht, dass das doch mal eine Reise wert sein koennte. Sorata liegt gut 150 nordwestlich von La Paz und auf 2700 Metern Hoehe. Das bedeutet konkret, dass man von der Hochebene (gut 4000 Meter) erstmal dorthin herab fahren muss. Und allein dieser Ausblick war die drei Stunden in dem voellig ueberfuellten Minibus (21 Personen!) schon wert:

Herrlich!

Die Fahrt fuehrte weiter an steilen Haengen, an denen sich ueberall Haeuser und die, bereits von den Inca genutzten, Terassen zum Anbau von Feldfruechten befinden:

Andine Feldwirtschaft

Sorata selbst befindet sich gemuetlich eingekeilt zwischen mehreren dieser Steilhaenge und an der Spitze der Berge sammeln sich Wolken, welche die unglaublich gruene Umgebung mit Wasser versorgen:

Nordende von Sorata

Leider konnte ich nur eine Nacht in Sorata verbringen, da ich heute wieder nach La Paz zurueck musste. Hab naemlich fuer morgen eine Tour gebucht: Ich werd die naechsten 5 Tage mit einem Floss und einigen Leuten den Rio Beni hinunter bis nach Rurrenabaque in den noerdlichen Regenwaeldern fahren. Das wird garantiert grossartig! Kein Motorlaerm, der die Tiere verschreckt, keine Abgase, einfach nur auf dem Floss sitzen und geniessen. In Rurrenabaque werd ich dann wohl eine Woche bleiben und entspannen, um dann wieder mit einem Boot zurueckzufahren. Auf dem Rueckweg werd ich wohl noch einen kleinen Stop in den Yungas einlegen, bevor es dann ueber La Paz weiter nach Cuzco in Peru geht (Macchu Pichu!). Zu La Paz erzaehl ich euch an geeigneter Stell nochmal in Ruhe was. Die Stadt ist wirklich einen eigenen Beitrag wert. Bis bald!

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